Die Batterie des iPhone ist immer wieder ein spannendes Thema, deshalb habe ich im Lauf der Zeit auch schon ein paar Beiträge darüber geschrieben. Jetzt wurde es mal wieder Zeit.

Je mehr man sein iPhone nutzt, je mehr Apps man installiert, umso früher wird man damit konfrontiert: Immer häufiger erreicht die iPhone-Batterie die rote Marke nicht erst am Abend, sondern schon am späten Nachmittag. Oder am frühen Nachmittag. Oder gar schon kurz nach dem Mittagessen. Die Akku-Laufzeit nähert sich rasant ihrem Ende, und man begibt sich verzweifelt auf die Suche nach ein bisschen extra Strom. Oder nach Stromsparmöglichkeiten.

Denn, ja, es gibt Mittel und Wege, die Ausdauer des iPhone zu verbessern. Die meisten Batterieprobleme lassen sich durch geänderte Einstellungen der Software zumindest deutlich optimieren! So lange Apple mehr Wert auf immer dünnere Geräte als auf Akkulaufzeit legt, müssen wir uns eben selbst behelfen.

Wer also Probleme mit einem fast leeren Akku schon vor Einbruch der Dämmerung hat, der sollte jetzt weiterlesen.

 

Tipps, die die Akku-Laufzeit wirklich verlängern!

 

Die meisten Batterieprobleme lassen sich durch geänderte Einstellungen der Software wenn auch nicht völlig beheben, so doch zumindest deutlich verbessern. Nachfolgend einige Anregungen. Quelle dieser Tipps ist die übrigens sehr empfehlenswerte Website des früheren Apple Mitarbeiters David Payette, über die ich kürzlich gestolpert bin. Auch drüben bei Abgefahren.de gab es kürzlich eine gute Liste mit Stromspartipps. Natürlich fördert auch eine Google-Suche, z. B. nach „iPhone Akku“ oder iPhone Batterie“ – zahllose Tipps zutage.

Nachfolgend stelle ich euch meine persönliche Auswahl an Stromspar-Tipps vor, mit denen ich die Akku-Laufzeit meines iPhone 6 (64 GB, iOS 9.2) spürbar heraufschrauben konnte:

 

1.) Push Mail

 

Der wichtigste Tipp gleich zu Anfang. David Payette bezeichnet diesen Rat als „schlafenden Riesen“. Auch nach meiner Erfahrung bringt allein diese Einstellungs-Änderung schon eine deutliche Gesundung in stromverbrauchender Hinsicht.

Push für E-Mail abschalten!

Dazu öffnen wir am iPhone die Einstellungen-App, rufen darin den Bereich Mail, Kontakte, Kalender auf und dort den Punkt Datenabgleich; dann weiter

  1. Den Schalter für Push schieben wir rücksichtslos nach links
  2. Dann tippen wir auf jeden der aufgelisteten Accounts und ändern Push zu Laden
  3. Ganz unten stellen wir noch den Zeitraum unter Laden auf Alle 15 Minuten ein

So sieht das z. B. dann bei mir aus:

iOS 9: Einstellungen > Datenabgleich

Von nun an hält unser iPhone nicht mehr eine konstante Verbindung zu den betreffenden Mailservern aufrecht, sondern fragt regelmässig im 15-Minuten-Takt dort nach, ob Mails vorliegen. In dem Zusammenhang ist es gut zu wissen, dass natürlich bei jedem Öffnen der Mail App sofort eine Verbindung zum Mailserver aufgebaut wird und vorhandene Mails geladen werden! Also dann, wenn wir ohnehin unsere E-Mails selbst aktiv checken.

Diese Einstellung dürfte für die meisten normalen Menschen völlig ausreichend sein. Die Akku-Laufzeit wird es euch spürbar danken – und das ist es ja, was wir erreichen wollen.

 

2.) Ortungsdienste

 

Ganz klar, Ortungsdienste sind eine feine Sache, und sie ermöglichen überhaupt erst den nutzbringenden Einsatz vieler Apps wie Maps, Komoot, Outdooractive, MyTaxi und vielen mehr. Deshalb kann man einem Smartphone-Nutzer unmöglich empfehlen, die Ortungsdienste komplett abzuschalten. Andererseits zehren diese Dienste dadurch, dass sie permanent aktiv sind, natürlich erheblich am Energiereservoir unseres iPhone.

Es gibt allerdings auch „versteckte“ Ortungsdienste, deren Nutzen für uns Anwender wahrscheinlich völlig unwichtig ist.

Also: Als zweiten Schritt unnötige Ortungsdienste abschalten!

Wir öffnen wieder die Einstellungen-App, rufen darin den Bereich Datenschutz auf und darin Ortungsdienste. Wichtig: Grundsätzlich lassen wir die Ortungsdienste eingeschaltet (Schalter oben = grün)!

Lasst uns gleich mit dem recht gut versteckten, aber vielleicht wichtigsten, Bereich starten:

Systemdienste!

Der unscheinbare Punkt Systemdienste verbirgt sich schüchtern ganz am Ende der App-Liste auf der Seite Ortungsdienste. Ein Schelm, wer Apple Absicht unterstellt … 😉 Dieser Bereich ist für Stromsparfüchse allerdings ein ziemlich interessanter: Hier geht es nämlich in allererster Linie um Daten, die an Apple gesendet werden für Marketing- und Entwicklungs-Zwecke. Was wir hier ausschalten, beeinträchtigt praktisch in keiner Weise die Funktionalität unseres iPhone. Der Energiehunger des Geräts wird allerdings ganz erfreulich reduziert.

Also: Hier so viel abschalten, wie möglich! Auf meinem iPhone habe ich vielleicht etwas mehr als nötig aktiv gelassen, einfach weil ich unsicher bin, ob sie vielleicht doch erforderlich sind – so sieht es bei mir zurzeit aus:

Batteriespartipps: Systemdienste

 

Ortungsdienste für Apps

Nun gehen wir wieder zurück in den übergeordneten Bereich Ortungsdienste:

(a) Hier habe ich die Standortfreigabe (direkt darunter) ausgeschaltet, denn diese ist nur erforderlich zur Standortübermittlung der beiden Apple-Apps „Meine Freunde suchen“ und „Nachrichten/iMessage„.

(b) In der darunter folgenden App-Liste schauen wir uns nur eine App nach der anderen an und deaktivieren die Ortungsdienste für all jene Apps, die nicht ständig über unseren momentanen Aufenthaltsort Bescheid zu wissen brauchen. Wenn man die Funktion nicht ganz ausschalten möchte, ist die Option „Beim Verwenden“ fast immer ein ausgezeichneter Kompromiss.

Auf meinem eigenen iPhone gibt es nur wenige Apps, die Ortungsdienste „immer“ nutzen: aktuell sind das lediglich Fantastical, Komoot und die Wetter-App.

 

3.) Diagnose & Nutzung

 

Ebenfalls im Bereich Datenschutz finden wir den Eintrag Diagnose & Nutzung. Der Rat für die vernünftige Einstellung hier lautet: Nicht senden! Diese Einstellung ist schnell erledigt und ab sofort werden keine Diagnose-Informationen mehr im Hintergrund an Apple gesendet, was nachvollziehbar und mühelos Energie einspart:

Batteriespartipps: Diagnose & Nutzung

 

 

Kleines Zwischenfazit an der Stelle:

 

Mit den geänderten Einstellungen in den obigen Bereichen haben wir schon einige wichtige Energiespar-Maßnahmen vorgenommen. Der Energiehunger sollte nun merklich zurück gehen. Nach meinem Bauchgefühl hält mein iPhone-Akku allein nach diesen Änderungen schon ein oder zwei Stunden länger durch.

Es gibt aber natürlich noch weit mehr Ratschläge zur Batterie-Optimierung.

 

Weitere Akkuspartipps

 

4.) Apps regelmäßig komplett beenden

 

Angeblich geschieht es hin und wieder, dass Apps beim App-Wechsel nicht sauber schließen, sondern sich im Hintergrund „aufhängen“. In so einem Fall wäre die betreffende App weiterhin im Hintergrund aktiv und würde unbemerkt, aber dauerhaft, am Akku nagen. (Manchmal wird das Gerät dadurch auch spürbar warm, das muss aber nicht immer so sein.) Um derartige Probleme auszuschließen, macht es Sinn, von Zeit zu Zeit alle Apps „richtig“ zu schließen. Wie das geht, weiß jeder iPhone-Nutzer: Homebutton doppelklicken und nacheinander alle Apps nach oben „wegwischen“.

Zu diesem Tipp gibt es Pros und Contras. Zum Besispiel wird hier gesagt, dass das Beenden von Apps sogar einen batteriebelastenden Effekt haben kann. Wer tiefer einsteigen möchte: In diesem Beitrag werden beide Seiten der Medaille beleuchtet. Ich selbst befolge den Tipp und schließe gelegentlich  mal alle Apps.

 

5.) Benachrichtigungen ausschalten, die nicht nötig sind

 

Was auf den ersten Blick nicht offensichtlich ist: Wenn einer App erlaubt wird, Push-Mitteilungen zu senden, dann bedeutet das auch, dass diese App stets auf Beobachtungsposten ist und auf Gelegenheiten wartet, euch eine Nachricht zukommen zu lassen. Das heißt natürlich, dass die App permanent im Hintergrund aktiv sein muss – und Strom saugt.

Im Bereich Mitteilungen in der Einstellungen-App seht ihr die Liste mit allen Apps. Bei jeder App könnt ihr direkt ablesen, welche Art von Mitteilungen ihr erhaltet. Für den Batterieverbrauch ist es allerdings völlig egal, welche Art von Mitteilungen ihr erhaltet, ob mit oder ohne Ton usw. Was einzig und allein zählt, ist ob oder ob nicht Mitteilungen für eine App aktiviert sind. Deshalb: Geht mal die Liste durch und fragt euch bei jeder einzelnen App, ob ihr von dieser wirklich Push-Mitteilungen braucht. Wenn nicht, dann: Schalter AUS!

Batteriespartipps: Mitteilungen

 

6.) Ab und zu das iPhone – richtig – ausschalten

 

Einmal pro Woche das iPhone komplett auszuschalten soll Batterieprobleme lösen, die sich unbemerkt eingeschlichen haben. Dazu drückt man den Power-Button, der sich beim iPhone 6 an der rechten Seite oben befindet, so lange bis der Slider mit dem Wort „Ausschalten“ erscheint. Nun den virtuellen Knopf im Slider nach rechts schieben und ein paar Sekunden abwarten, bis das Gerät tatsächlich ausgeschaltet ist. Klar.

Batteriespartipps: Ausschalten

Wieder einschalten können wir das iPhone dann bekanntermaßen einfach durch einen erneuten, längeren Druck auf den Power-Button, bis wir den angebissenen Apfel im Display sehen. Schadet ganz sicher nicht.

 

7.) Hintergrundaktualisierung begrenzen

 

Für zahlreiche Apps ist die Hintergrundaktualisierung aktiv. Das kann Komfort bedeuten, weil die Apps selbständig im Hintergrund nachsehen, ob Aktualisierungen oder Neuigkeiten vorliegen und diese dann auch laden. Selbstredend freilich, dass für derartige Aktivitäten Energie benötigt wird. Deshalb: In der Einstellungen-App im Bereich Allgemein > Hintergrundaktualisierung auch mal alle Apps auf der Liste durchsehen, und den Schalter auf AUS stellen bei all jenen, bei denen wir das nicht benötigen. Damit wird deren permanente Hintergrundaktivität beendet. Wenn man viele Apps hat, bei denen man das abschaltet, dann kann das schon einiges an Stromersparnis bedeuten. Kleinvieh macht auch Mist.

 

8.) Das iPhone immer schön kühl halten 🙂

 

Hört sich witzig an, ist aber immerhin gut zu wissen: Lasst das iPhone im Sommer nicht in der prallen Sonne liegen, z. B. im Auto. Durch Temperaturen über 35 Grad Celsius kann die iPhone-Batterie dauerhaft Schaden nehmen. Starke Kälte dagegen schädigt die Batterie nicht dauerhaft, führt aber zu schnellerer Entladung und sogar bis hin zum Abschalten des Geräts.

 

9.) Visuelle Effekte abschalten

So schön visuelle Effekte wie der Parallax-Effekt des iPhone auch sein mögen, sie fressen Strom. Also: ausschalten. Die Einstellung dafür hat Apple etwas gut versteckt, aber wenn man weiß wo: Einstellungen > Allgemein > Bedienungshilfen > Bewegung reduzieren, hier den Schalter auf EIN. Damit schaltest du den Parallax-Effekt ein und sparst noch mal ein wenig Strom.

 

Fazit:

 

Die Summe macht’s! Alle Maßnahmen zusammen ergeben ein ziemlich nennenswertes Einsparpotenzial. Die iPhone-Batterie wird es euch danken.

Ich freue mich, wenn euch dieser Beitrag helfen kann, spürbar längere Laufzeiten aus eurer iPhonebatterie rauszukitzeln. Ansonsten bleibt nur zu hoffen, dass Apple uns irgendwann doch noch ein iPhone mit einem potenteren Akku spendiert, weil sie verstanden haben, dass es uns Benutzern mehr Spaß macht, das iPhone einfach rücksichtslos zu benutzen, statt Zeit und Hirnschmalz darauf zu vergeuden, an allen möglichen Ecken und Enden zu versuchen, ein paar Milliwatt einzusparen.

Ansonsten bleiben uns zur Lösung des Problems natürlich immer noch die wunderschönen Akkuhüllen wie z.B. diese oder diese! 🙂

Falls ihr weitere Tipps oder Ideen oder auch Einwände habt, dann nur los, ich freue mich auf eure Kommentare.

 

PS: Hier werden noch weitere Ursachen und Möglichkeiten unerwarteten Energieverlusts beschrieben, die dann aber mehr in Richtung Neuaufsetzen oder Hardwarefehler gehen.

 

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Beitragsbild: © koya979 – Fotolia.com

 

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