Zur Zeit denke ich darüber nach, ob ich meine Daten, die bisher lokal am Mac im Ordner Dokumente liegen, einem Cloud-Dienst anvertrauen soll, um auf die eine oder andere Datei auch mal unterwegs, oder einfach von einem anderen Gerät aus, zugreifen zu können.

Nehmen wir nun der Einfachheit halber mal an, ich hätte die Frage der Sicherheit für mich als ausreichend beantwortet und würde die Vorteile höher einschätzen als die Risiken. Also … nur mal angenommen. 🙂

Als nächstes hätte ich dann die Qual der Wahl zwischen zahlreichen Anbietern. Um es einfach zu halten, nehmen wir also weiterhin mal an, dass ich mich nicht groß um die Frage schere, ob der Dienst in Deutschland oder anderswo auf dem Planeten beheimatet ist, dass ich außerdem ohne viel Federlesens die “exotischeren” Anbieter direkt ausschließe und mich auf drei bekannte, “große” Anbieter konzentrieren möchte. Und schon lande ich bei den Platzhirschen Dropbox, Google Drive und Box.

Mein Dokumente-Ordner wiegt insgesamt rd. 13 GB. Mindestens diese Datenmenge will ich nun in der Wolke unterbringen, und das zu möglichst geringen Kosten. Kostenlos ist am Anfang schön zum Testen, muss aber auf Dauer nicht sein, denn ich zahle gerne einen (erträglichen) Obolus und habe dafür die Gewissheit, dass ich weder Werbung erdulden muss noch dass der Dienst irgendwelche Dummheiten anstellt mit meinen Daten (… ja, ich weiß … aber gehen wir doch einfach mal davon aus, dass es so wäre). Und schließlich, dass er durch meine Bezahlung auch längerfristig überlebensfähig ist. Sagen wir 50 Euro im Jahr wäre mir die Sache wert.

Nun zu meinen drei Platzhirschen:

Dropbox wäre meine erste Wahl. Ich mag Dropbox sehr, weil der Dienst einfach, transparent und funktional ist und weil ich ihn schon lange zum Austausch einzelner Daten nutze. Außerdem gibt es Apps für alle Plattformen. Leider habe ich bei Dropbox aktuell aber nur knapp 9 GB kostenlosen Speicherplatz und das wird zu eng. Das kleinste mögliche Upgrade (100 GB) würde aktuell stolze 99 Euro pro Jahr kosten, das ist mir privat dann doch zu teuer. Mein eigentlicher Favorit Dropbox ist somit leider erst mal aus dem Rennen und ich brauche eine Alternative.

Kürzlich habe ich mich aufgrund einer Aktion bei Box angemeldet. Dort habe ich nun einen Gratis-Account mit satten 50 GB inklusive! Das würde für meine Dokumente locker reichen. Wenn man den diversen Reviews glaubt, dann soll Box sehr sicher und leistungsstark sein; es wendet sich wohl auch primär an Business-Anwender. Aber schon nach ersten Versuchen muss ich feststellen, dass Box tatsächlich in mancher Hinsicht ungewohnt und für mich fast zu kompliziert ist (so wie es ja auch die meisten Vergleiche im Web sagen). Zum Beispiel wird ein Ordner, den ich am Mac in Box (“Box Sync”) gelöscht habe, bei Box gar nicht tatsächlich gelöscht, sondern nur nicht mehr synchronisiert. Also ein anderes Verhalten als gewohnt und erwartet. Auch sonst ist manches anders. Da müsste ich für diesen Dienst erst wieder umlernen. Will ich nicht und stelle Box deshalb  erst mal zurück.

Bei Google Drive sind neuerdings 15 GB kostenlos enthalten, das reicht für meine Datenmenge derzeit gerade aus; 100 GB würden nach der aktuellen Preissenkung allerdings auch nur 24 Euro pro Jahr kosten, also ein Viertel von Dropbox und die Hälfte meines angedachten Etats! 2 Euro pro Monat empfinde ich als äußerst fair, damit könnte ich gut leben. Außerdem habe ich natürlich wie fast jeder Mensch auf dieser Erde längst einen Google Account, es gibt ebenfalls Apps für alle Plattformen (schön und mit einfacher Bedienung), Google Docs bekommt man obendrauf (wenngleich ich das derzeit nicht nutze, aber interessiert beobachte). Negativ sehe ich bei diesem Angebot eigentlich nur, dass bei Google mein Misstrauen bezüglich Unantastbarkeit meiner Daten irgendwie am größten ist.

Gute Integration des Cloud-Dienstes in den Mac-Finder sowie brauchbare Apps für iOS – beides ist bei allen drei Delinquenten gegeben, wichtig.

Mein vorläufiges Fazit:

Wenn schon, dann würde ich meine Daten/Dokumente erst mal kostenfrei auf Google Drive speichern. Während dessen würde ich darauf hoffen, dass Dropbox ebenfalls das Gratis-Volumen aufstockt und/oder zumindest die Preise senkt. Bis es soweit ist, verwende ich Dropbox weiterhin für Sharing, als (Zwischen-) Lager für andere Apps; einerseits einfach aus Gewohnheit, und andererseits, weil es in nahezu alle relevanten Dienste Dritter wie wie Day One, Scanner Pro, Skitch u. a., eingebunden ist.

[UPDATE] Vorläufiges Fazit, die zweite:

Nach einigen Versuchen habe ich festgestellt, dass sich sowohl Google Drive wie auch Dropbox schwer tun mit Dokumenten, die mit den neuen iWork-Versionen – also aktuell Pages 5 und Numbers 3 – erstellt wurden. Erwartungsgemäß können Pages- und Numbers-Dokumente von den Kandidaten nicht direkt angezeigt werden. Allerdings geht das z. B. auf iOS-Geräten bei Dropbox per „Öffnen in“-Befehl (sofern man die Apps installiert hat). In Google Drive allerdings lässt sich ein solches Dokument nicht einmal an eine geeignete App verweisen; hier wird z. B. ein Numbers 3-Dokument als “Paket” (was es innerhalb Mac OS X ja auch ist) offen mit seinen Bestandteilen angezeigt (vergleichbar mit dem Befehl “Paketinhalt anzeigen” am Mac). Das wird auch hier und hier schon länger diskutiert und ist gar nicht schön. Hier sollte Google rasch nachbessern, sonst ist der Dienst für Heavy-iWork-Nutzer wie mich nicht sinnvoll nutzbar.

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Im Licht dieser Erkenntnisse kann und will ich mich tatsächlich noch immer nicht durchringen, meine Dokumente der Cloud anzuvertrauen. Und schon gar nicht kann ich mich auf einen Anbieter endgültig festlegen.

Übrigens – Besser als Jürgen Vielmeier kann man einen weiteren, ganz wesentlichen, Aspekt nicht auf den Punkt bringen: „Wenn ihr die Frage nicht beantworten könnt, wofür ihr einen solchen Dienst überhaupt braucht, dann: lasst es.“


 

Weiterführende Infos und Vergleiche zum Thema:

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